Entführt nach Málaga
Tag 1
Wie sind wir gestartet? Am Hamburg Airport, dem Helmut-Schmidt-Airport, in der früh um ca. 9:00 nach einer Party! Lulu’s und meine Spanienurlaube starten oder enden mit Partys, glaube ich. Mein Vater feierte seinen Übergang in die „Rente“.
Dieses Mal waren wir auf dem Weg in die schöne Hafenstadt Málaga in Andalusien, Südspanien. Ich glaube wir lieben einfach beide Spanien ziemlich, denn wir genießen die Lockerheit und die Sonne, das Essen und das Meer. Wir wissen bis heute nicht, ob wir in Spanien anders sind oder ob Spanien uns anders werden lässt. Das ist aber auch ziemlich egal, denn uns geht’s dort halt ganz wunderbar. 😊
Genug zu Spanien im Allgemeinen und mehr zu Málaga: Nach einem recht kurzen und entspannten Flug von maximal 2 Stunden, sind wir gelandet und haben unser nettes AirBnB bezogen. Wir waren einkaufen und sind anschließend in die Altstadt gelaufen. Der erste Downer unseres Urlaub setzte nun ein: Lulu hatte sich in Hamburg eine fette Erkältung von ihrem Freund eingefangen und dementsprechend war unser Start geprägt von vielen Taschentüchern und Halsschmerzen. Trotzdem haben wir einen ersten schönen Blick erhaschen können: ein kleiner Vorplatz mit einem netten kleinen Café in einer Ecke, etwas ab der Altstadt, wo wir unseren ersten Cortado getrunken haben. Nach dieser Stärkung ging es erst einmal zu shoppen in einen süßen, kleinen Second Hand Landen, wo wir auch gleich etwas gefunden haben, und der seine Erlöse zum Teil einer Stiftung zum Zweck der Krebsbehandlung zukommen lässt. Am Abend haben wir dann etwas leckeres zu Essen zubereitet, unsere selbst gemachten Tapas mit Pimientos, Aioli, gebratenen Pilzen und Manchego-Köse aus dem Supermarkt. Sehr lecker und ein guter, entspannter Start in unseren Freundinnen-Urlaub.

Málaga-Altstadt
Tag 2:
Der nächste Tag startet mit einer Erkenntnis, die Lulu und mich erst einmal hart trifft: Lulu ist erkältet und zwar dicke! Die Nase ist verstopft, der Hals schmerzt und der Husten hält uns beide nachts wach. Nun bedarf es starker Nerven und einer guten Portion Vernunft, die man im Urlaub eigentlich nicht brauchen kann. Wir entschließen uns, dass eine von uns auf die Schlafcouch zieht und besorgen Lulu aus der Apotheke wichtige Dinge wie Asperin Complex. Auch bei mir beginnen bereits die erste Anzeichen einer Erkältung und die Erkenntnis wächst, dass ich mich angesteckt habe. Wir beschließen trotzdem das Beste aus diesem Urlaub zu machen. Natürlich merken wir, dass wir eingeschränkt sind und das ganz Tagesprogramm fällt auch an diesem Tag bereits kleiner aus.
Wir schaffen es nur noch einen Urlaubsnagellack zu besorgen in einem besonders coolen knalligen orangeton, ein paar Plätze und Shops zu erkunden und dann geht’s schon wieder ab in die Unterkunft ausruhen.

Foto von Lulu´s Analog-Kamera
Tag 3 & 4:
Heute wird geballert! Und zwar mit Asperin Complex. 😀 Nach dieser Notlösung, die aber für etwas mehr Energie sorgt, ziehen wir auf Erkundungstour und fahren an den Strand. Ich gehe baden und das Wasser ist noch erstaunlich frisch. Es geht sofort tief ins Wasser ohne einen großen Übergang. Ich muss sofort schwimmen. Erfrischend ist das Mittelmeer natürlich trotzdem. Auf dem Rückweg vom Strand kehren wir für ein Getränk in einer kleinen Bar ein. Der Kellner ist nicht besonders freundlich, warum verstehen wir in diesem Moment nicht. Wir lassen uns jedoch nicht verjagen und probieren ein Getränk namens „Barraquito“. Es ist ein Milchcafé mit 43er-Likör. Lecker ist das schon, aber auch sehr süß.
Bei angenehmen Temperaturen laufen wir in Richtung des Berges am Fuße der Stadt Malaga dem Castille de Gibralfaro. Wir genießen den Gang durch den wunderschön grün bewachsenen Fußgängerweg parallel laufend zur Promenade, der „Paseo del Parque“ – hier wachsen große Strilizien und wunderschöne Grünpflanzen. Oben angekommen auf dem Castille genießen wir einen tollen Blick auf das blaue Mittelmeer, dass sich wirklich vor uns ausbreitet. Wir sehen den Hafen von oben und die Ganz Küstenregion. Der Aufstieg hat sich definitiv gelohnt.
Wir sind natürlich platt nach diesem Tag und nun wird nicht mehr viel passieren außer einem leckeren Tapas-Mahl in der unmittelbaren Umgebung des Stadtstrandes.
Tag 4 ist vielleicht ein Krankentag gewesen, ich kann mich nicht an viel erinnern. 😀

Tag 5:
So langsam geht es uns besser. Ich erinnere mich daran, dass wir an diesem Tag das Picasso Museum besuchen. Hier hängen einige, wichtige Exponate von Pablo Picasso aus – wenn auch nicht so viele wie im Partnermuseum Barcelona. Wir genießen unseren Museumsaufenthalt sehr. Besonders in Erinnerung bleibt uns wahrscheinlich das Bild einer badenden Frau mit einer Katze. 😊 Das Bild ist sehr kreativ, witzig und zeigt die abstrakt-wilde Art und auch den Witz, der in manchen Bildern von Picasso zu finden ist. Eine Familie, die ebenfalls das Museum besucht, die neben uns steht, amüsiert sich beim Betrachten ebenfalls köstlich über die Darstellung. Ein schöne Erfahrung und bereichernd. Zwangsweise machen Lulu und ich Pause in einem sehr süßen Tapas-Laden und bestellen – Überraschung – eine Tapasplatte und einen Tinto Verano, das Getränk, das hier jeder kennt und jeder gerne trinkt (Rotwein mit Sprite). Es schmeckt in der Tat leckerer als es sich anhört, so zumindest meine Meinung und kostet wirklich wenig. Das steigert natürlich auch den Genuss. 😊 Wir können den Tag wieder mehr genießen und sind auf dem Weg der Besserung.

Picasso Museum Málaga
Tag 6 und 7:
Eines der Highlights dieser Reise kommt nun auf uns zu: Unsere geplante Fahrt in Richtung El Chorro, um dort zu nächtigen und die berühmt berüchtigte Wanderung auf dem Camino del Rey in Angriff zu nehmen. Darauf freue ich mich schon seit Lulu mir diese Wanderung im Januar zum Geburtstag geschenkt hat.
Nach einem kleinen Debakel mit der App des spanischen Zuganbieters RENFE schaffen wir es ein Zugticket zu beuchen. Danach klappt alles ganz wunderbar. Die Fahrt läuft, wir sind pünktlich vor Ort und beziehen unser absolut süßes Zimmer in dem einzigen Hotel El Chorros. Das Personal ist sehr freundlich und der Blick über das angrenzende Flussbett ist bezaubernd. Dann beginnt die Fahrt zur Wanderung und nun wird es chaotisch und auch lustig: Wir sind überzeugt an unserem Zielort angekommen zu sein. Doch leider lagen wir falsch! Als wir auf einem großen, verlassenen Parkplatz stehen, realisieren wir leider, dass wir deutlich zu früh ausgestiegen sind aus unserem Bus. 😀 Den Start der Wanderung haben wir eindeutig verpasst und sind gestrandet. Nunja, da nützt alles nichts, als auf den nächstbesten Bus zu warten und unser Glück mit den nächsten Timeslot zu versuchen. Was solls. Als wir viel zu spät aus dem Bus aussteigen und uns zu Fuß auf den Weg zum Treffpunkt des Starts der geführten Wanderung machen, holen wir uns ein Bierchen am Kiosk und los geht’s. Gerade noch rechtzeitig für die letzte Wanderung des Tages und mit kleinem Glimm erreichen wir den Start. Als wir Helme aufziehen sollen und der komplett fertige Mitarbeiter des Erkundungsgebiets mit uns spricht und dabei unfassbar lustig ist – können wir nicht mehr und lachen fast so heftig, dass es nass hätte werden können. Gerade noch gerettet. Es geht los. Nun folgen beeindruckende, felsige Steilwände des umliegenden Gebirgszugs. Die durch geologische Prozesse und Verschiebungen der Erdplatten entstandene Landschaft ist schön und beeindruckend. Über unserer Köpfen schwirren Adler, unter uns in einer tiefen Schlucht raucht ein Fluss in der Tiefe. Kleine gesicherte Wege führen uns am Fels entlang. Am Wegesrand wachsen wilder Knoblauch und Oleander-Bäume in knallorange. Am Ende sind wir sehr fertig, aber auch glücklich, dass wir diesen Teil der Reise geschafft haben. Zum Abschluss des Tages gönnen wir uns ein tolles Abendessen im Angesucht des Gebirges.
Am nächsten Morgen lernen wir ein sehr nettes englisches, älteres Pärchen kennen. Diese inspirierende Frau hat ein lautes Lachen und viel Humor. Die inspiriert uns mit ihren Erzählungen von ihrer Selbstständigkeit und ermutigt uns, unseren Träumen nachzugehen.
Unsere Zeit in El Chorro ist nun schon abgelaufen, wir fahren mit dem Zug zurück nach Málaga und es geht zum Airport. Wir mussten diesen Urlaub erkältet erleben, ja, aber wir haben den Aufenthalt trotz allem genossen und Malaga hat uns im Großen und Ganzen gefallen. 😊 Eine Stadt mit schönen Sehenswürdigkeiten wir dem Picasso Museum, tollem Stadtgrün und einem magischen angrenzenden gebirgsreichem Gebiet mit dem sehenswerten „Caminito del Rey“. Im Flugzeug bekommen wir zum krönenden Abschluss einen Extra-Schlenker mit Blick auf Cuxhafen uns die in die Nordsee mündende Elbe in abendlicher Atmosphäre, denn wir müssen noch ein paar Minuten in der Luft verharren, bevor wir landen können. Danke für einen weiteres tollen Spanienurlaub mit Berg, Sonne und Taschentuch. 😉 😊


El Chorro

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